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Wie viel Therapie steckt in der Architektur einer Arztpraxis?

Die meisten Menschen haben ein beklemmendes Gefühl, wenn sie eine Arztpraxis betreten. In Erwartung einer längeren Wartezeit in einer sterilen Umgebung bei gleichzeitiger räumlicher Enge erzeugt nicht selten eine Abwehrhaltung, die wiederum dem Krankheitsverlauf nicht gerade förderlich ist. Untersuchungen haben ergeben, dass der Wohlfühlfaktor der Patienten innerhalb der Arztpraxis sich je nach patientenfreundlicher Ausstattung auf den Krankheitsverlauf auswirkt.

Bedeutung der barrierefreien Arztpraxis.

Im Bereich der medizinischen -insbesondere der hausärztlichen- Versorgung wird deutlich, welchen Stellenwert barrierefreie Arztpraxen haben.

Hindern bauliche oder sonstige Barrieren einen Menschen auf Grund seiner Erkrankungen oder Behinderungen am Zugang zu einer Arztpraxis, schränkt dies die freie Arztwahl (§ 76 SGB V) faktisch ein. Dadurch wird vor allem das besondere Vertrauensverhältnis in der Arzt-Patienten-Beziehung gestört, was oft einen unerwünschten Zwangs-wechsel zu einem anderen Arzt auslöst.

„Die Praxis des Orthopäden im Obergeschoss ohne Fahrstuhl geht gar nicht“

Eine Patientenbefragung durch L.o.B.
(Leben ohne Barrieren) und ifb
(Institut für Barrierefreiheit)
im Jahr 2014 hat ergeben, dass sich
weit über die Hälfte der Befragten
mehr Barrierefreiheit innerhalb von
Arzt- und Zahnarztpraxen sowie
bei den Praxiszugängen wünscht.

Die Bundesregierung macht sich dafür stark, dass bis zum Jahr 2020 nicht nur neue, sondern auch bestehende Arzt- und Zahnarztpraxen zunehmend barrierefrei zugänglich werden, so wie dies im Nationalen Aktionsplan zur UN-Behindertenrechtskonvention festgeschrieben ist.

Der Teilhabebericht der Bundesregierung zeigt beispielsweise, dass nur 22 Prozent der Arztpraxen für Allgemeinmedizin über einen ebenerdigen beziehungsweise für Rollstühle geeigneten Zugang oder einen Aufzug verfügen. In Zahnarztpraxen liegt der Wert sogar noch darunter. Aber auch physiotherapeutische Praxen sind zu einem großen Teil völlig unzureichend barrierefrei ausgestattet.

Ein Minimum an barrierefreien Vorkehrungen ist leicht zu schaffen.

Für Patienten mit körperlichen Einschränkungen gilt eine freie Beweglichkeit vor und in der Arztpraxis eigentlich als Selbstverständlichkeit. Besonders wichtig ist dies aber auch für ältere Menschen. Sie brauchen Sicherheit, ausreichende Bewegungsflächen, optimale Licht- und Luft-verhältnisse, Hilfseinrichtungen, die ihnen den Aufenthalt in der Arztpraxis leicht machen und Gestaltungselemente, die für eine angenehme Atmosphäre sorgen.

Eine sorgfältige, fachkompetente Beratung bei Veränderungen innerhalb der Arztpraxis, aber auch eine qualifizierte Umsetzung der notwendigen Arbeiten gehört natürlich in die Hände von Experten.

Fachkompetente Architekten, Planer und Praxiseinrichter finden Sie in diesem Bundesarchitektenregister. Im Bedarfsfall können Sie auch unter info@lebenohnebarrieren.de anfragen. Weitere Informationen zu „Praxis ohne Barrieren“ finden Sie unter www.praxisohnebarrieren.de.